Kinderarbeit in der Textilindustrie

Projekt von:
Jenny Eckert
Julia König

Im Seminar:
Informationsvisualisierung MD3

 

ABSTRACT

In unserem Projekt wollen wir auf Kinderarbeit in der Textilindustrie aufmerksam machen. Zum einen sollen die teilweise unmenschlichen Bedingungen in den Produktionsstätten und kaum vorstellbaren Lebensumstände von arbeitenden Kindern in Dritte Weltländern aufgezeigt werden. Zum anderen wollen wir vergleichen, wie unterschiedliche Firmen aus der Textilbranche mit dem Thema Kinderarbeit umgehen.

Hierfür haben wir 43 Unternehmen aus dem Bereich Textil ausgewählt und diese in den Bereichen „Firmenpolitik bezüglich Kinderarbeit“, „Kontrollen der Produktionsstätten“, „Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit“ und „Engagement gegen Kinderarbeit“ betrachtet.

Bei den Unternehmen handelt es sich um Firmen, die aus den verschiedensten Bereichen der Textilindustrie kommen. So sind Unternhemen aus dem „Highclasssektor“, sowie „Discounter“, reine Bekleidungs- bzw ausschließliche Schuhhersteller und sowohl „Vorbilder“ in der Produktion, als auch „Sünder“ unter den ausgewählten zu finden.

 

QUELLEN

In der Recherchephase sind wir relativ schnell auf eine Seite gestoßen, die zum Großteil die Grundlage für unsere Arbeit gebildet hat:

http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de

Auf der Startseite, dieser Website sind wir auf verschiedene Artikel mit Informationen zum Leben und Alltag von arbeitenden Kindern gestoßen.

http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firmen/branchen/textil/

Auf der zweiten Seite haben wir die eigentlichen Daten gefunden, die es zu visualisieren galt. Hierbei handelt es sich um eine Liste mit Unternehmen, die in Bezug auf Kinderarbeit miteinander verglichen wurden.

http://www.thestar.com/news/world/clothesonyourback/2013/10/11/i_got_hired_at_a_bangladesh_sweatshop_meet_my_9yearold_boss.html

Zuletzt hat uns das Video „My nine year old boss“ das im Rahmen einer Reportage zum Thema Kinderarbeit in Bangladesh enstand noch wichtige Informationen über die Arbeitsbedingungen eines kleinen Mädchens in einer Textilfima gegeben.

 

DIE ENDPRODUKTE//DARSTELLUNG

Nachdem die Inhalte unserer Visualisierung feststanden, musste entschieden werden, wie die Umsetzung aussehen soll bzw. welche Medien sich für unsere Daten am besten eigenen würden.

 

DER GUIDE

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Da die Website „Aktiv gegen Kinderarbeit“ zwar darüber informiert, wie und wo produzierte wird, aber außer mittels eines Smartphones, unterwegs auf die Daten nicht zugegriffen werden kann, haben wir uns entschieden einen Pocketguide zu erstellen. Dieser kann beim Einkaufen mitgeführt werden, ist handlich und soll die wichtigsten Informationen beinhalten.

 

DIE KARTE

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Um einen Überblick über die Produktionsländer der Unternehmen zu geben, schien uns eine Karte als Medium am geeignetsten. Diese gibt einen schnellen Überblick über Produktionsländer,  Verteilung und Anzahl der Unternehmen in einem Land.

 

DER COMIC

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Zuletzt war uns wichtig, über die Zustände zu informieren, wie ein Kind in einem Dritte Weltland lebt und arbeitet. Da hier auch Emotionen transportiert werden sollen, um den Leser eventuell dazu zu bewegen, von Einkäufen bei sündigen Unternehmen abzusehen, haben wir uns für eine Bildergeschichte entschieden.

 

 

DIE ICONS

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Zu Beginn der Visualisierung haben wir Icons entwickelt, die den vier Kategorien in denen unserer 43 Unternehmen verglichen werden, entsprechen:

 

„Firmenpolitik bezüglich Kinderarbeit“

In den ersten Entwürfen wollten wir Firmenpolitik durch einHochhaus (symbolisiert das Unternhemen) und einen Richterhammer (symbolisiert die Politik bzw. die gesetzlichen Richtlinien) darstellen.

Nach den ersten Befragungen von testpersonen wurde das Symbol allerdings nicht erkannt und wir haben uns dazu entschlossen, lediglich einen Geschäftsmann an einem Chart als symbol für die geschäftliche Orientierung bezüglich Kinderarbeit zu verwenden.

 

„Kontrollen der Produktionsstätten“

Als symbol für Kontrollen haben wir uns einen Kontrolleur gewählt. Wichtige Details waren dabei die Kontrolleursmütze als Erkennungsmerkmal für den Berufsstand und eine Lupe, die auf das genaue Hischauen weisen soll.

 

„Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit“

Anfangs war für das Icon zu den Kontrollen ein erhobener Zeigefinger in einer Sprechblase mit Ausrufzeichen geplant. Allerdings haben wir im Laufe der Arbeit festgestellt, dass ein Ausrufezeichen in der Sprechblase alleine auch genügen würde, um den Inhalt des Zeichens zu erkennen. Die estlichen Zeichen haben sich somit als Redundant erwiesen.

Außerdem war das Icon bei Skalierung auf ein kleines Format, wie wir es für den Guide und die Karte benötigten, so besser zu erkennen.

 

„Engagement gegen Kinderarbeit“

Engagement gegen Kinderarbeit haben erst durch vier ineinander greifende Hände symbolisiert. Davon waren zwei Erwachsenen- und zwei Kinderhände.

Die Grundaussage hinter dem Zeichen war „Wir (das Unternehmen) arbeiten für euch! Wir wollen euch helfen!“

Bei der Entwicklung des Icons wurde im Verlauf klar, dass zwei Hände (eine Kinder- und eine Erwachsenenhand) die ineinander greifen ausreichen, um diese Botschaft zu tragen. Zuletzt wurde der erwachsenen Hand noch ein Anzugärmel mit einem herausschauendem Hemd zugefügt, um noch stärker auf das Unternehmen hinter der Hand zu verweisen.

Alle Icons mussten in vier Farben angefertigt werden: grau, grün, gelb und rot.

 

DIE BEDEUTUNG DER ICONS

Bedeutung der Icons

 

DER GUIDE

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In unserem Guide gehen wir ausführlicher auf die Bedeutung der Icons ein. Was bedeutet im Einzelfall ein grauer, grüner, gelber oder roter Icon, wie stehen die Unternehmen zu Kinderarbeit, und wie gehen sie beispielsweise mit Vorwürfen um.

 

AUFBAU

Zu Beginn des Guides wird durch einen QR-Code auf eine Google-Map verwiesen, in der man eine Übersicht über die Produktionsstätten der Unternehmen bekommt.

Im Vorwort wird der Leser durch einige wichtige Zahlen und Fakten über Kinderarbeit aufgeklärt und bekommt einen Einblick in die erschreckende Situation weltweit.

Darauf folgt eine Doppelseite mit der Erklärung, was die Icons im Allgemeinen zu bedeuten, um sich im darauffolgenden Schnellregister einfach zurecht zu finden.

Im Schnellregister findet der Leser eine Übersicht mit allen verglichenen Unternehmen hat und kann auf einen Blick sehen, wie die Marke in unserer Kategorisierung einestuft wird. So kann man unterwegs schnell mal nachschauen, ob das Kleidungsstück das man gerade kaufen möchte mit Kinderarbeit produziert wurde.

Im Anschluss kommt zu jedem Unternehmen jeweils eine Doppelseite auf denen im Detail aufgeführt wird, wie das Unernehmen in den vier Bereichen „Unternehmenspolitik“, „Kontrollen“, „Vorwürfe“ und „Engagement gegen Kinderarbeit“ eingestuft ist.

Hierbei wird im Einzelfall darauf eingegangen, warum das Unternehmen, wie kategorisiet wird.

Außerdem wird auf einer kleinen Weltkarte gezeigt, in welchen Ländern produziert wird.

DER GUIDE ALS PDF:

guide

 

DIE KARTE

Die Karte soll Informationen aus vier Ebenen visualisieren: Wer? produziert Wo? WIEVIEL? und WIE?

 

WER?

Durch die Verwendung von Logos, anstelle von Schriftzügen, kann der Betrachter sich schneller einen Überblick verschaffen, wo ein ausgewähltes Unternehmen noch produziert. Das menschliche Auge erfasst die Logos schneller als einzelne Schriftzüge. Außerdem sind die Logos eingängiger und werden von den meisten Menschen schnell erkannt.

 

WO? und WIEVIEL?

Die Logos wurden den Ländern zugeordnet, in denen das jeweilige Unternehmen eine oder mehrere Produktionsstandorte besitzt. Durch die Kummulation der Logos in den Lädern sieht man schnell wo viel passiert und wo nicht. Außerdem wurden die Produktionsländer farbig kategorisiert, um dem Betrachter einen schnellen Überblick über das Volumen der ansässigen Produktionsstätten zu geben.

In der Karte befindet sich eine Legene, die erklärt, welche Anzahl an Produzenten, welcher Farbe entspricht.

 

WIE?

Im unteren Bereich der Karte befindet sich eine legende, die sowohl Namen des Unternehmens, Logo und die vier Icons mit den jeweilign Kategorisierungen führt. Auf diese Weise kann der betrachter sehen, wie das Unternehmen eingestuft wird, ohne im Guide Blättern zu müssen.

Darüber bfinden sich alle vier Logos in der unten aufgeführten Reihenfolge, mit kurzer Benennung des jeweiligen Inhaltes.

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DER COMIC

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Zu Beginn des Projekts war geplant, einen Film zum Thema Kinderarbeit zu machen, was aber aufgrund von technischen Schwierigkeiten bzw. Problemen in der Umsetzung gescheitert ist.

Unsere Kenntnisse im Bereich Animation haben leider nicht ausgereicht, den Film komplett zu animieren.

Außerdem haben wir es als problematisch gesehen, einen Film mit echten Kindern zu drehen, da uns zum einen die richtigen Drehorte gefehlt haben. Zum anderen wäre beim Nachstellen eventuell falsche EIndrücke (beispielsweise durch IKEA-Möbel im Hintergrund) über soziale Verhälnisse der Protagonisten, vermittelt worden.

Eine Umsetzung mit Lego- bzw. Playmobil-, oder vergleichbaren Figuren haben wir ausgeschlossen, da durch die starren Gesichter nur wenig Emotionen vermittelt werden können.

Deshalb haben wir uns entschieden, das Medium Film noch einmal zu überdenken und die Geschichte in Comic- bzw. Buchform zu erzählen

Der Comic basiert auf dem Video „My nine year old boss“, der im Rahmen eines Artikels über Kinderarbeit in Textilunternehmen in Bangladesh entstanden ist.

Im Video geht es um die neun Jahre alte Meem, die dem Mädchen in unserer Bildergeschichte als Vorbild diente. Mit neun Jahren arbeitet Meem zwölf Stunden Schichten am Tag und verdient dabei etwa 15 Euro im Monat.

Sie wird einige Tage von einer Reporterin begleitet, die in dem Video über die Zustände in Textilfabriken spricht und unter welchen menschenunwürdigen Verhälnissen die Menschen dort arbeiten müssen.

Der Comic soll zwar einerseits einen dokumentarischen Charakter aufweisen und wichtige Fakten über das Leben der Protagonistin vermitteln, aber gleichzietig durch eine emotionale Komponente wachrütteln und etwas im Denken der Menschen verändern.

Eltern die diese Geschichte lesen sollen vergleichen, was es für ein arbeitendes Kind bedeutet „einen guten Tag“ zu haben und ob es manchmal nicht vielleicht doch sinnvoller ist, ein bisschen mehr Geld auszugeben, um damit ein Produkt zu unterstützen, für das kein Kind ausgebeutet wurde.

 

DIE STORY

Mit diesem Comic wollen wir dem Leser einen Blick „hinter die Klamotten“ geben. Die Protagonistin heißt Smita und ist zehn Jahre alt. Sie lebt mit ihrer Familie in Mumbai und arbeitet als Nähhelferin in einer Textilfabrik. Sie geht vor der Arbeit zusätzlich zur Schule, um wenigstens eine kleine Chance auf ein besseres Leben zu haben.

Smitas ältere Geschwister arbeiten in der gleichen Fabrik wie sie. Mit dem Geld das die gesammte Familie verdient, versucht sich der Sieben-Personen-Haushalt über Wasser zu halten.

 

TECHNIK

Zeichnungen mit Carbonstift und Rötelkreide auf weißem 90g Papier.

Für die Grundzeichnung wurde der Carbonstift verwendet,, für Akzente die Rötelkreide.

Um den Herkunft der Personen im Comic hervorzuheben wurde die Haut mit Rötelkriede nachcoloriert. Der Betrachter sollte die Menschen auf den ersten Blick einer bestimmten Gegend zuordnen können.

Außerdem lockert die Verwendung einer zweiten Farbe die Zeichnungen auf und nimmt ihnen die Schwere. Anfangs hatten wir nur eine Farbe für die Zeichnungen benutzt, was uns dann aber zu dunkel und negativ schien. Der comic sollte zwar eine relativ negative Geschichte erzählen, aber gleichzietig zeigen, wie positiv und fröhlich die kleine Protagonistin ist, weshalb wir dann die helle braun-rote Farbe hinzugefügt haben.

 

DER TEXT

Die Schwierigkeit beim Schreiben des Textes bestand darin, die Geschichte aus der Sicht bzw. mit den Worten einer zehnjährigen zu schreiben, die dieses Leben jeden Tag lebt. Somit mussten wir zwei Barrieren überwinden, um die richtigen Formulierungen zu finden: das Alter und die Gewohnheit an die Zusatände.

Das Mädchen in unserer Geschichte ist zum Teil abgestumpft gegen die Umstände unter denen sie arbeiten und leben muss. Sie beschreibt beispielsweise die unhygienischen Verhälnisse in den Waschräumen der Fabrik, oder den Mangel an Freizeit mit einer sachlichen Nüchternheit, die für uns vergleichbar mit der Beschreibung eines Autos ist.

Die Herausforderung beim Schreiben aus der Sicht einer Zehnjährigen lag besonders darin, formulierungen zu finden, die ein Kind in dem Alter verwenden würde und gleichzeitig die wichtigen Informationen transportieren würde.

 

DIE AUSFÜHRLICHE DOKU ALS PDF

Dokumentation_Info