Wieviel Wald bräuchten wir, um unseren CO2-Ausstoß auszugleichen?

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Als Vielfahrer kam ich beim Überthema “Autobahn” rasch auf die Thematik des CO2-Ausstoßes. Ausgehend von dem Jahresausstoß des Jahres 2012 in Deutschland stellte ich mir folgende Fragen:

Wie viel Wald bräuchten wir, um unseren CO2-Ausstoß von 2012 auszugleichen?

Und wieviel Deutschland bräuchten wir, um genügend Platz für die benötigte Waldfläche vom Jahr 2012 zu haben?

Wie oft könnte der VW Eco up! oder der Hummer H3 um den Äquator fahren um auf den CO2-Ausstoß von 2012 zu kommen?

Diese Fragen beantwortete ich mit 2 Plakaten und 3 Daumenkinos, die dem Betrachter diese Thematik visuell nahebringen.

Ausganspunkt:

Klimawandel ist das zentrale Thema unserer Generation. Als Ursache wird neben Temperaturveränderungen der CO2-Ausstoß gesehen. Spontan denken viele dabei zunächst an Fahrzeugabgase. Da ich selbst oft über die Autobahn nach Münchberg fahre, hatte ich den selben Gedanken und fing an mich darüber weiter zu informieren. Deshalb kam ich beim Überthema “Autobahn” schnell auf diese Thematik, weil Münchberg ein verkehrsbelasteter Autobahnabschnitt ist.

Ein Fahrzeug stößt immer CO2 aus, sei es im Fahrbetrieb, bei der Herstellung oder der Verschrottung. Aber nicht nur diese produzieren CO2. Als effiziente Klimasenke wird der Wald angesehen. Die Bundesregierung stellt seit einigen Jahren finanzielle Mittel zum Erhalt bestehender Waldflächen und zur Aufforstung bereit. Daraus ergaben sich für mich die Fragen, wie hoch der jährliche CO2-Ausstoß tatsächlich ist und ob die vorhandenen Waldflächen dies ausgleichen könnten und wie ich als Mediendesigner diese Thematik und Ergebnisse visualisieren kann.

Konzept:

Zunächst trug ich zum Überthema “Autobahn” ungezielt Informationen aus dem Internet zusammen. Lediglich die Informationen zum CO2-Ausstoß waren für mich interessant, allerdings sah ich keine besonders gute Informationsgrafik, die mir das Thema näher brachte.

Nun hatte ich mein Thema gefunden und begann mir die interessantesten Fragestellungen dazu zu überlegen und zu notieren. Als nächsten Schritt überlegte ich mir, wie ich diese Fragestellungen für den Betrachter interessant und informativ verpacke. Meine Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene, die spielerisch an die Thematik und die Fragestellungen herangeführt werden sollten. Dafür suchte ich passende Medien und grenzte ein welche Effekte ich erzielen wollte.

Zunächst ging es darum Daten zu sammeln, auszuwerten, auszurechnen und auszuwählen:

– der jährliche reine CO2-Ausstoß in Deutschland seit 1990 (Vereinigung Deutschlands) 2012: 821,7 Mio Tonnen CO2

– die bestehende Waldfläche in Deutschland seit 1990,  2012: 11.419.124 Hektar

– die CO2-Speicherkapazität von 1 Hektar Waldfläche 13 Tonnen CO2 pro Jahr

– die aktuelle Gesamtfläche Deutschlands, Frankens (2.300.700 ha) und Berlins (89.185 ha)

– der Erdumfang am Äquator

– CO2-Ausstoß des VW Eco Up! (72 g/km) und des Hummer H3 8.5 (369 g/km)

Als Medium wählte ich zuerst ein Lehrbuch mit Folien, dann ein Buch mit Kalenderbindung bei dem transparente Layers übereinander gelegt werden könnten, schließlich entstanden aus dieser Idee mehrere Daumenkinos, die von Plakaten oder Postkarten begleiten werden sollen.

Ein Plakat greift exemplarisch ein Jahr auf, während die Daumenkinos alle Jahre des Zeitraumes 1990 bis 2012 behandeln. Ein weiteres Plakat oder Postkarte spricht die Führerscheinneulinge an, auch den CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs bewusst zu beachten.  Ich wählte dafür den VW Eco up!, da er für Anfänger geeignet ist und auf Platz 1 der Autoumweltliste steht. Der SUV H3 von Hummer ist der Traum vieler Jungs. Die Umkreisung des Äquators als Längenvergleich wählte ich, weil es sich um eine hohe Größeneinheit handelt, die dazu noch abenteuerlich klingt.

Umsetzung:

Die Daten und Berechnung der Daten:

CO2ReinAusstossWaldverteilungInventurCO2EinlagerungVWEcoUpCO2AusstossHummerH3CO2Ausstoss

Die Anfangsidee eines Lehrbuchs mit Folien und die gebundenen Folienlayers verwarf ich und kam auf mein finales Medium,  das Daumenkino.

Der Erstentwurf des Daumenkinos behandelte bereits die Frage “Wie viel Wald bräuchten wir, um unseren CO2-Ausstoß von 2012 auszugleichen?”. Mit dem jährlichen CO2-Ausstoß wuchs ein Baum in die Höhe, der die benötigte Waldfläche anzeigte. Zusätzlich dazu gab es ein zweites Daumenkino, das anhand einer Wolke, die an einer Skala auf und nieder schwebte, den jährlichen CO2-Ausstoß anzeigte.

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Der zweite Entwurf des Daumenkinos stellte die Informationen rein illustrativ dar. In eine offenen Hand fiel jedes Jahr ein Blatt, auf dem die benötigte Waldfläche zu lesen war.

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Das endgültige Daumenkino ist für den Betrachter informativer, da es nicht mehr rein illustrativ ist. Der Betrachter hat die Wahl zwischen 2 Daumenkinos: Franken und/oder Berlin und damit die Möglichkeit Vergleiche zu ziehen. Beide Exemplare sind gleich aufgebaut: Nach dem kurzen Erklärtext auf Seite 1 folgt pro Seite ein Jahr von 1990 bis 2012. Jede Seite hat den selben Aufbau.

Berlin Franken

 

Ein drittes Daumenkino behandelt sodann die Frage “Und wieviel Deutschland bräuchten wir, um genügend Platz für die benötigte Waldfläche zu haben?”. Es zeigt wie sich Deutschland pro Jahr von 1990 bis 2012 ausbreiten müsste um genügend Platz für Wald und Lebensraum zu bieten.

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Elemente:

Berliner_Baer Deutschland Frankenrechen

 

Umsetzung der Plakate:

Begleitend zu den Daumenkinos entstanden zwei Plakate, die die Informationen der Daumenkinos nochmal aufgreifen und auf die Daumenkinos aufmerksam machen. Auf dem ersten Plakat werden die beiden Fragen “Wie viel Wald bräuchten wir, um unseren CO2-Ausstoß von 2012 auszugleichen?”, “Und wieviel Deutschland bräuchten wir, um genügend Platz für die benötigte Waldfläche vom Jahr 2012 zu haben?” beantwortet. Der Unterschied zu den Daumenkinos ist, dass das Plakat lediglich die Fragen für das Jahr 2012 beantworten, während die Daumenkinos dem neugierigen Betrachter Antworten für 22 Jahre (von 1990 bis 2012) bietet.

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Auf dem zweiten Plakat wird die Frage ” Wie oft könnte der VW Eco up! oder der Hummer H3 um den Äquator fahren um auf den CO2-Ausstoß von 2012 zu kommen?” gestellt und beantwortet.

Plakat2klein

Elemente:

VWEcoUpHummerH3

 

Projektergebnis:

Weil Münchberg ein verkehrsbelasteter Autobahnabschnitt ist, kam ich beim Überthema “Autobahn” auf die Thematik des CO2-Ausstoßes. Klimawandel ist das zentrale Thema unserer Generation.

2010 nahm die Bundesregierung ein Sondervermögen in ihren Haushalt auf. Als Teil des Energie- und Klimafonds (EKFG) wird über den Waldklimafonds die Anpassung deutscher Wälder an den Klimawandel sowie der Erhalt und Ausbau des CO2-Potentials von Wald und Holz gefördert. Der Wald als eine Kohlenstoffsenke ist sozusagen ein Klimaschützer. Ein Hektar Wald kann laut der Internetseite wald.de 13 Tonnen CO2  jährlich einlagern. Laut der letzten Bundeswaldinventur 2012 besitzt Deutschland eine Waldfläche von 11.419.124 ha, was die Atmosphäre pro Jahr um circa 52 Mio Tonnen CO2 entlastet. Die finanziellen Mittel stünden wohl zur Verfügung um die fehlenden 770 Mio Tonnen CO2 auszugleichen. Deshalb drängte sich die Frage auf, wie hoch der jährliche CO2-Ausstoß tatsächlich ist und ob die vorhandenen Waldflächen dies ausgleichen könnten bzw. wieviel Wald wir insgesamt bräuchten, um den gesamten CO2-Ausstoß vollständig auszugleichen.

Als Mediendesigner visualisierte ich diese Thematik und Ergebnisse adressatengerecht  (Jugendliche und junge Erwachsene) mit Medien, die spielerisch zu handhaben sind und neugierig machen – interessant sind.

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Internetseiten denen ich Informationen entnommen habe zum Thema Klimaschutz und Wald:

http://www.wald.de/

https://www.bundeswaldinventur.de/index.php?id=2

http://www.waldklimafonds.de/

http://www.baysf.de/fileadmin/user_upload/07-publikationen/Flyer_und_Folder/Bayerische_Staatsforsten_Klimawald.pdf

 

 

 

Eva-Maria Klinger