MEDIEN & UNFALLSTATISTIK //

Hängung

Zum Aufhänger “Autobahn” wurde eine Informationsgrafik entwickelt, die den Einfluss von Medien, beispielsweise Videospiele, Filme oder in den Medien aufgebauschte reale Ereignisse, auf die Unfallstatistik untersucht. Das Ergebnis erlaubt eine visuelle Analyse der Daten.


A // AUSGANGSPUNKT //

IDEENSAMMLUNG //

Die ersten Überlegungen zum Thema führten in verschiedene Richtungen. Es wurden zunächst Ideen gesammelt und auf verfügbare Daten hin überprüft. Darunter fielen Themengebiete wie “Umwelt”, “Verkehr”, “Öffentlichkeit” oder “Sonstige”. Letztendlich wurde der Schwerpunkt der Arbeit mit dem Thema “Einfluss von Medien auf die Unfallstatistik” festgelegt.

Die komplette Ideensammlung ist abrufbar unter folgendem Link:
http://campus-muenchberg.de/ixd-ws2014/2014/10/14/141014_ideenfindung/

ZWISCHENÜBUNGEN //

Während der Recherchearbeit für die große Informationsgrafik zum Ende des Semesters wurden zwei kleinere Übungen durchgeführt.
Die erste der Übungen ist während der Hofer Filmtage entstanden. Dabei wird die maximale sowie die aktuelle Besucherzahl anhand von Gummibärchen dargestellt. Über den zeitlichen Verlauf, dargestellt durch eine mehr und mehr geleerte Tüte Gummibären, ist der Schwund an Zuschauern und somit im übertragenen Sinn die Spannungskurve des Films ablesbar. Die Farben der Gummibärchen symbolisieren zudem die Art der Gäste und deren Verteilung im Raum.

3Genaueres lässt sich unter folgendem Link nachlesen:
http://campus-muenchberg.de/ixd-ws2014/2014/10/28/281014filmtageinfografik/

Die zweite Übung befasst sich mit der Handynutzung und dessen Akkulaufzeit über eine Woche hinweg. Farbig markierte Punkte auf den verwendeten Papierstücken stellen symbolisch die Nutzungsart dar. Beispielsweise steht ein roter Punkt für das Abspielen eines Youtube-Videos, ein grüner Punkt hingegen für die Verwendung von Whatsapp. Der Tag beginnt morgens an der oberen Papierkante und endet abends am unteren Ende. Ein Knick im Papier zeigt, den Ladezustand des Akkus um 22 Uhr. Ein Knick relativ weit oben steht somit für einen recht vollen, ein Knick weit unten für einen leeren Akku. Ein x zeigt in der Zeitleiste den Zeitpunkt des Aufladens des Akkus. Man kann die Nutzung des Handys anhand der Informationsgrafik ablesen.

IMG_0155Genaueres lässt sich unter folgendem Link anschauen:
http://campus-muenchberg.de/ixd-ws2014/2014/11/12/real-life-infografik-2/


B // RECHERCHE //

Nach der groben Festlegung des Themas – Einfluss von Medien auf die Unfallstatistik – wurden Daten recherchiert. Hierin wurde viel Zeit investiert und die Recherchephase erstreckte sich über mehrere Wochen. Dabei wurden verschiedene Bundesämter telefonisch oder per Mail kontaktiert, was nach und nach zusammen mit den jeweiligen Internetportalen die Erstellung einer relativ großen Datenbasis ermöglichte. Dazu zählen: DESTATIS – Statistisches Bundesamt, DVR – Deutscher Verkehrssicherheitsrat, GDV – Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V., StMI Bayern – Bayerisches Innenministerium, BASt – Bundesamt für Straßenverkehr, KBA – Kraftfahrtbundesamt, sowie das DIW – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung. Daten bezüglich Filmen und Videospielen, sowie realen Ereignissen wurden jeweils einzeln in diversen Internetquellen recherchiert.
Die Schwierigkeit bei der Recherche lag vor allem darin, zunächst herauszufinden welche Daten überhaupt, und wenn ja von welchem Bundesamt erfasst worden sind. Zudem war das Auffinden vermeintlich leicht zugänglicher Informationen, wie Erscheinungsdaten von Videospielen oder Zuschauerzahlen von Filmen, kniffliger als zunächst angenommen.
Da die erhaltenen Daten mühsam per Hand zusammengefasst werden mussten oder in völlig unterschiedlichen Varianten – von JPEGs über Tabellen bis hin zu Blogeinträgen – vorhanden waren, wurden im Anschluss eigene Tabellen inklusive Quellenangaben erstellt um eine Übersicht über die erstellte Datenbasis zu erhalten. Eine Gesamtübersicht wurde in Form einer zusammenfassenden Tabelle mit allen wichtigen Daten erstellt, die zwecks Übersichtlichkeit ohne Quellenangaben auskommt.

DVR_ScreenshotDestatis_ScreenshotFilme_ScreenshotGTA_ScreenshotNFS_Screenshot

Die nachfolgenden Links ermöglichen den Download der letztendlich in die Infografik eingeflossenen Quellen (inklusive Quellenangaben innerhalb der Tabellen):

Eine detaillierte Auflistung aller Rechercheergebnisse und Quellen (inklusive nicht-verwendeter Quellen) lässt sich unter folgendem Link aufrufen:
http://campus-muenchberg.de/ixd-ws2014/2014/10/28/241014-recherche/


C // DATENAUFBEREITUNG //

Der Umgang mit den gesammelten umfassenden Daten gestaltete sich schwierig. Die Auswertungs- und Visualisierungsfunktionen von Excel stießen hierbei deutlich an ihre Grenzen, da zu viele unterschiedliche Parameter vorhanden waren. Ein Versuch, die Informationen per Google Analytics anzeigen zu lassen scheiterte ebenfalls. Die Lösung des Problems fand sich in einer eigenständigen Programmierung per Processing durch Professor Michael Zöllner, welche es ermöglichte die Zahlen und Fakten in Graphen zu transformieren. Während des Arbeitsprozesses wurden die Processing-Sketches nach und nach angepasst und verändert, um die Graphen besser verarbeiten zu können. Processing generiert dabei anhand der Daten in Form von Tabellen im CSV-Format PDF-Dateien, die per Adobe Illustrator weiterverarbeitet werden können. Einstellungen bezüglich Höhe, Breite und Skala konnten dabei einfach im Code vorgenommen werden.

proc1 proc2Test_SketchGeburtenrate_sketchUnfälle_Sketch

Die Programmierung per Processing-Sketches sind unter folgendem Link herunterladbar:
https://www.dropbox.com/s/und6r80ia8m2yc5/Programmierung.zip?dl=0


D // UMSETZUNG //

MOODBOARDS //

Um eine optische Richtung festzulegen wurden zwei Moodboards erstellt. Im ersten Moodboard wurde die inhaltliche Auseinandersetzung mit komplexen Sachverhalten analysiert. Formen, Visualisierung von Zeit, Farben und Muster, analoge Varianten und Referenzierungsmöglichkeiten wurden hierbei genau verglichen und anschließend mit dem eigenen Ansatz diskutiert.

Moodboard 1 ist unter folgendem Link aufrufbar:
http://campus-muenchberg.de/ixd-ws2014/2014/10/26/261014-moodboard/

Das zweite Moodboard hingegen beschäftigt sich vornehmlich mit optischen Richtungen, unabhängig vom Inhalt. Es sollte zeigen, in welche Richtung das eigene Projekt schlagen könnte und welchen Ansatz man visuell verfolgen könnte.

Moodboard 2 ist unter folgendem Link aufrufbar:
http://campus-muenchberg.de/ixd-ws2014/2014/11/12/moodboard/

ENTWURFSPROZESS // INFORMATIONSGRAFIK

Nach der Erstellung von Moodboards wurden eigene grafische Ansätze erprobt, die die per Processing erhaltenen Strukturen in optische Varianten einzubauen versuchten. Probeweise wurden verschiedene Graphen kombiniert und mit Symbolen versehen, um einen Eindruck zu erhalten, welche visuelle Richtung die umfassende Gesamtgrafik erhalten sollte.

141217_Layoutentwurf_2000_2010_2 141217_Layoutentwurf_2000_2010_3 141217_Layoutentwurf_2000_2010ENTWURFSPROZESS // PIKTOGRAMME

Hinzu kamen erste Entwürfe für den Umgang mit Piktogrammen. Diese sollten vor allem für die Darstellung von realen Ereignissen und Unfällen Prominenter Autofahrer herangezogen werden, um diese eindeutig identifizieren zu können. Zunächst waren ebenfalls Piktogramme für Filme und Videospiele angedacht. Aufgrund der großen Menge an einzelnen Veröffentlichungen waren Piktografische Umsetzungen für jeden Einzelnen Punkt der Zeitleiste jedoch nicht realisierbar. Spiele- und Film-Serien unter einheitlichen Piktogrammen zusammenzufassen wäre prinzipiell möglich gewesen, jedoch wären die Grenzen zwischen den eigenständigen Produkten dabei derart verschwommen, dass sie nicht mehr korrekt hätten abgelesen werden können. Letztendlich wurde daher auf eine typografische Lösung zurückgegriffen und Grafische Darstellungen wurden, wie anfangs bereits geplant, nur für Daten und Fakten aus dem realen Leben erstellt.

Erste Entwürfe beschäftigten sich mit der Positionierung eines Totenkopfs innerhalb eines Fahrzeugs. Auf diese Weise sollte anhand der Position des Schädels die Unfallart festgestellt werden können, indem der Schädel hinter dem Lenkrad oder auf dem Rücksitz abgebildet wurde. Zudem wurde der Kopf mit spiralförmigen Augen für Trunkenheit am Steuer, oder X-Markierungen für einen Unfalltod versehen. Ein Totenkopf vor dem Auto bedeutete einen Verkehrsunfall, an dem die betroffene Person als Fußgänger beteiligt war. Hierzu wurden, wie auf den Zeichnungen zu erkennen ist, noch weitere Varianten erstellt.

Piktogramme_BleistiftPiktogramme_AutoPiktogramme_TotenkopfIm nächsten Schritt wurde eine Stilrichtung für die Erstellung von Piktogrammen anhand eines Porsche GT3 entwickelt:

Porsche4Porsche5Porsche3Porsche2Porsche1

Noch zu bedenken ist die für Aussenstehende oder schlecht informierte Personen nicht eindeutige Möglichkeit der Zuordnung der Fahrzeuge zu den prominenten Persönlichkeiten. Prinzessin Diana kann vom Großteil der Bevölkerung eindeutig dekodiert werden, da eine Limousine dargestellt wird, die von Paparazzi auf einem Motorrad verfolgt wird. Die Silhouetten der Porsches von Ryan Dunn oder Paul Walker werden noch als Sportwagen erkannt, was die Möglichkeiten für die Verunglückten einigermaßen einschränkt, jedoch Grundwissen voraussetzt. Jörg Haiders VW Phaeton oder Falcos Mitsubishi Pajero werden – im Vergleich aller dargstellten Fahrzeuge – zwar ebenfalls erkannt, können aber ohne Hintergrundwissen leicht verwechselt oder für ein beliebiges Fahrzeug gehalten werden. Hier besteht noch Handlungsbedarf. Beispielsweise könnte man bei der Darstellung von Falco ein Mikrofon oder bei Ryan Dunn ein Symbol das sich an das Jackass-Logo anlehnt hinzufügen, jedoch ist diese Vorgehensweise nicht bei allen Prominenten ohne weiteres Möglich. Für Jörg Haider oder Paul Walker wurden noch keine passenden Zusatzdarstellungen gefunden. Daher wurden die Piktogramme zunächst ohne Zusatz veröffentlicht.

Piktogramme_Tests


E // ERGEBNIS //

PIKTOGRAMME //

Folgende Piktogramme wurden für verunglückte Prominente, reale Ereignisse und die Bezeichnung der Graphen erstellt und sind in der finalen Version der Informationsgrafik enthalten:

Piktogramme_Liste-01
INFORMATIONSGRAFIK //

Die fertiggestellte Informationsgrafik besteht aus zwei Zeitleisten. Zum einen wird die Unfallstatisik für alle Verkehrsteilnehmer von 1991 bis 2014 im monatlichen Intervall dargestellt. Zum anderen wird die Geburtenrate monatlich im Zeitraum von 18 Jahren zuvor mit dem Graphen verglichen. Der zweite Zeitstrahl reicht daher von 1973 bis 1996.
Weiterhin werden die Unfallstatistiken von jugendlichen, männlich und weiblich, im Alter von 18-25 Jahren mit den Daten verglichen. Die Skala der gesamten Grafik reicht von 0 bis 100000. Somit können alle Graphen gleichzeitig dargestellt werden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die Darstellungen der männlichen und weiblichen Jugendlichen jeweils aufs ganze Jahr bezogen sind. Die Visualisierung unterscheidet hierbei, indem Punktmarkierungen auf den jeweiligen Graphen die einzelnen Jahresmarken kennzeichnen. Unfallstatistik und Geburtenrate verfügen hingegen ebenfalls über monatliche Kennzeichnungen.
Videospiele und Filme wurden als senkrechte Linien eingearbeitet. Bei Videospielen handelt es sich hierbei um die absoluten Verkaufszahlen, bei Filmen um die Besucherzahlen am Startwochenende. Der kleinste enthaltene Wert (GTA 1) zeigt lediglich 100000 verkaufte Einheiten, der größte enthaltene Wert (Fast&Furious 6) hingegen knapp 100000000 Besucher. Filme und Spiele werden unabhängig von der angegebenen Skala dargestellt, da hierbei lediglich die Tendenz wichtig ist. So ist gut ablesbar, welche Filme oder Spiele potentiell großen Einfluss auf die Unfallstatistik nehmen können und welche nicht.
Ereignisse und Verunglückte Promis wurden auf dem Graphen der Unfallstatistik mit einem schwarzen Kreis hervorgehoben, welcher mit dem jeweiligen Piktogramm verbunden wurde.

Die Informationsgrafik wurde so angelegt, dass der Betrachter die Situation selbst analysieren kann und dabei Erkenntnisse erhält. Inwiefern Spiele und Filme tatsächlich Einfluss auf die Unfallstatistik nehmen hängt sicherlich noch von zahlreichen weiteren Faktoren ab, jedoch lassen sich Tendenzen ablesen. Beispielsweise steigt nach jeder Veröffentlichung eines “Fast and Furious”-Filmes der Graph leicht an. Insgesamt lässt sich allerdings sagen, dass sich trotz immer einflussreicherer Filme und Videospiele gleichzeitig die Unfallsatistik verbessert hat. Es gibt weniger Unfälle, obwohl heute wesentlich mehr Spiele verkauft werden und immer neue Besucherrekorde im Kino aufgestellt werden. Zudem nähert sich die Unfallrate der männlichen Jugendlichen, die am Anfang der 90er noch weit höher lag, als die der weiblichen Jugendlichen, dem graphen der weiblichen Verunglückten immer weiter an.
Erstaunlich waren bei der Erstellung der Grafik die Peaks und Täler der Unfallstatistik, die sich regelmäßig zum Sommer und Winter wiederholen. Wider erwarten gibt es im Sommer mehr Unfälle, als im Winter. Nachdem die Geburtenrate der betroffenen Fahranfänger eingearbeitet wurde, konnte man ablesen, dass die steigende Unfallrate im Sommer wohl mit verunglückten Jugendlichen in Verbindung steht. Die Geburtenrate zeigt Anfang des Jahres einen erhöhten Ausschlag, der von der Unfallstatistik nicht widergespiegelt wird. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass jugendliche, die im Frühjahr 18 Jahre alt werden, zusammen mit allen anderen Fahranfängern ihren Führerschein erst im Sommer machen. Auf eine extra Kennzeichnung dieses Zusammenhangs in der Informationsgrafik wurde letztendlich verzichtet, da er nicht über den gesamten Zeitraum nachvollziehbar bleibt.

Hängung150208_Gesamt_f_ohne SchnittmarkenBildschirmfoto 2015-02-08 um 23.51.44

Bildschirmfoto 2015-02-08 um 23.50.01Bildschirmfoto 2015-02-08 um 23.51.16Bildschirmfoto 2015-02-08 um 23.50.55Bildschirmfoto 2015-02-08 um 23.51.26ACDB

Die fertige Informationsgrafik kann unter folgendem Link heruntergeladen werden (Bitte herunterladen – Dropbox zeigt falsche Schriften an):
https://www.dropbox.com/s/lqjxlcuphxzi9ss/150208_Gesamt_f_ohne%20Schnittmarken.pdf?dl=0


CREDITS //

Constantin Götz
Matrikelnummer // 00084311